Risikohinweis: Der Handel mit höheren Hebeln erhöht das Verlustrisiko erheblich. Mit dem Professional Client Status entfällt der Negativsaldoschutz. Dieser Artikel stellt keine Rechts- oder Anlageberatung dar.
Die drei MiFID-II-Kriterien im Detail
Der Professional Client Status nach MiFID II erfordert die Erfüllung von mindestens zwei der folgenden drei Kriterien (Rechtsgrundlage: MiFID II, Richtlinie 2014/65/EU, Anhang II, Abschnitt II):
Kriterium 1 — Handelsfrequenz
Der Anleger hat in den letzten vier Quartalen mindestens 10 Transaktionen pro Quartal in beträchtlichem Umfang auf Kapitalmärkten durchgeführt. Nachweise: Kontoauszüge oder Handelsberichte des Brokers, die Transaktionsanzahl und -volumen belegen.
Kriterium 2 — Portfoliogröße
Das Finanzinstrumenten-Portfolio des Anlegers (Kassainstrumente und Derivate) übersteigt 500.000 EUR. Immobilien, Bankguthaben und Sachvermögen zählen nicht dazu. Nachweise: Depotauszüge, keine älter als drei Monate.
Kriterium 3 — Berufserfahrung
Der Anleger hat mindestens ein Jahr lang eine berufliche Position im Finanzsektor ausgeübt, die Kenntnisse über Hebelprodukte und CFDs voraussetzt. Geeignete Positionen: Portfoliomanager, Wertpapierhändler, Analyst, Compliance-Beauftragter. Nachweise: Arbeitsvertrag, Arbeitgeberbestätigung, Lebenslauf.
Antragsprozess beim Broker
- Beim Broker ein Formular zur Beantragung des Professional Client Status anfordern.
- Nachweise für mindestens zwei der drei Kriterien zusammenstellen (Handelsberichte, Depotauszüge, Berufsnachweise).
- Ausgefülltes Formular mit Nachweisen beim Broker einreichen. Bearbeitungszeit: typischerweise 3–10 Werktage, brokerabhängig.
- Broker prüft die Nachweise und bestätigt den Status schriftlich. Ab Bestätigung gelten die höheren Hebellimits und die veränderten Schutzbedingungen.
Welche Hebel sind als Professional Client möglich?
EU-regulierte Broker legen die Hebel für Professional Clients eigenständig fest. Typische Spannen (Stand: 2026):
- Forex-Hauptpaare: 1:100 bis 1:500 (brokerabhängig)
- Aktienindizes: 1:50 bis 1:200 (brokerabhängig)
- Gold (XAU/USD): 1:100 bis 1:200 (brokerabhängig)
- Aktien-CFDs: 1:20 bis 1:100 (brokerabhängig)
- Kryptowährungs-CFDs: 1:5 bis 1:20 (brokerabhängig)
Im Vergleich dazu: Offshore-Broker bieten Retail-Kunden Hebel bis 1:1000 oder höher, ohne EU-Schutzstandards. Libertex bietet Informationen zu verfügbaren Hebeln für verschiedene Trader-Statusgruppen.
Konsequenzen des Statuswechsels
- Negativsaldoschutz entfällt: Verluste können das eingezahlte Kapital übersteigen; eine Nachschusspflicht wird möglich
- Einlagensicherung kann entfallen: Manche Broker schließen Professional Clients von der Einlagensicherung aus
- Bonus-Verbot entfällt: Broker dürfen Professional Clients Handelsboni anbieten
- Risikowarnung: Broker sind nicht mehr verpflichtet, die standardisierte gesetzlich vorgeschriebene Risikowarnung anzuzeigen
Kann man den Profistatus wieder aufgeben?
Ja. Der Professional Client Status kann jederzeit beim Broker zurückgesetzt werden. Der Trader beantragt schriftlich die Rückstufung zum Retail Client. Danach gelten wieder alle EU-Schutzmaßnahmen: Hebellimits, Negativsaldoschutz und das Bonus-Verbot.
Demokonto als Alternative
Trader, die höhere Hebel testen möchten, ohne den Profistatus zu beantragen, können ein Demokonto mit angepassten virtuellen Hebeleinstellungen nutzen. Libertex bietet ein Demokonto an, das das Kennenlernen der Plattform ohne echtes Kapitalrisiko ermöglicht.
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